Produktratgeber

Hörgeräte: Alle Typen, Funktionen und Kostenübernahme im Überblick

Hörgeräte verbessern Ihre Lebensqualität und ermöglichen wieder unbeschwerte Gespräche. Erfahren Sie alles über HdO, IdO und RIC-Hörgeräte, moderne Funktionen wie Bluetooth und wiederaufladbare Akkus, sowie die Kostenübernahme durch die Krankenkasse bis zum Festbetrag.

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Moderne Hörgeräte in verschiedenen Bauformen - HdO, IdO und RIC

Das Wichtigste zu Hörgeräten

Die grundlegenden Fakten auf einen Blick

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Die Krankenkasse zahlt bis zu 784,94€ pro Ohr (Festbetrag 2026).

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Ihre Zuzahlung beträgt nur 10€ pro Gerät.

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Anspruch auf neue Hörgeräte alle 6 Jahre.

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Kostenlose Probezeit von 4-6 Wochen beim Hörakustiker.

Was sind Hörgeräte?

Hörgeräte sind medizinische Hilfsmittel, die Schallsignale verstärken und an Ihren individuellen Hörverlust anpassen. Sie ermöglichen es Menschen mit Schwerhörigkeit, wieder aktiv am Leben teilzunehmen, Gespräche zu führen und Geräusche wahrzunehmen.

Moderne Hörgeräte sind kleine, leistungsstarke Computer, die Sprache von Hintergrundgeräuschen trennen, automatisch die Lautstärke anpassen und über Bluetooth mit Ihrem Smartphone verbunden werden können. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nach HNO-ärztlicher Verordnung.

Übersicht: Welche Hörgeräte-Typen gibt es?

1. HdO – Hinter dem Ohr (Behind-The-Ear)

Für wen: Alle Hörverluste (leicht bis hochgradig), besonders für ältere Menschen und bei Bedienungsschwierigkeiten.

Eigenschaften: Das Hörgerät sitzt hinter der Ohrmuschel, ein dünner Schallschlauch oder Kabel führt zum Ohrpassstück im Gehörgang. Größer als andere Bauformen, aber robuster und einfacher zu bedienen.

Vorteile:

  • Für alle Hörverluste geeignet, auch sehr starke
  • Große Batterien = längere Laufzeit (7-14 Tage)
  • Einfache Bedienung, große Tasten
  • Robust und langlebig
  • Oft mit Telefonspule und Bluetooth verfügbar

2. IdO – Im Ohr (In-The-Ear)

Für wen: Leichte bis mittlere Hörverluste, Menschen, die Wert auf Diskretion legen.

Eigenschaften: Das gesamte Hörgerät sitzt im Gehörgang oder in der Ohrmuschel. Wird individuell nach Ohrabdruck gefertigt. Sehr unauffällig, von außen kaum sichtbar.

Vorteile:

  • Sehr diskret, kaum sichtbar
  • Natürlicher Klang (Ohrmuschel sammelt Schall)
  • Kein Gerät hinter dem Ohr – bequem mit Brille
  • Gut für Telefonate

Nachteile: Kleinere Batterien (kürzere Laufzeit), nicht für sehr starke Hörverluste, schwieriger zu bedienen bei eingeschränkter Feinmotorik.

3. RIC – Receiver-in-Canal (Lautsprecher im Gehörgang)

Für wen: Leichte bis starke Hörverluste, moderne Alternative zu HdO-Geräten.

Eigenschaften: Der Lautsprecher sitzt direkt im Gehörgang, das restliche Gerät hinter dem Ohr. Verbunden durch ein dünnes Kabel. Kombiniert Vorteile von HdO und IdO.

Vorteile:

  • Sehr unauffällig und modern
  • Natürlicher, klarer Klang
  • Weniger Rückkopplungen (Pfeifen)
  • Offene Versorgung möglich (Gehörgang nicht verschlossen)
  • Leicht und komfortabel

Beliebteste Bauform: RIC-Geräte sind aktuell die meistverkauften Hörgeräte, da sie Diskretion mit hoher Leistung verbinden.

Wichtige Funktionen und Features

Wiederaufladbare Hörgeräte (Akku)

Moderne Hörgeräte haben integrierte Lithium-Ionen-Akkus, die über Nacht in einer Ladestation aufgeladen werden. Kein Batteriewechsel mehr nötig. Laufzeit: 16-24 Stunden pro Ladung. Akku hält 4-5 Jahre, dann Austausch beim Hörakustiker.

Vorteil: Bequem, umweltfreundlich, auf Dauer günstiger. Ideal für Menschen mit eingeschränkter Feinmotorik.

Bluetooth-Konnektivität

Hörgeräte mit Bluetooth verbinden sich direkt mit Ihrem Smartphone, Tablet oder Fernseher. Telefonate, Musik, Podcasts und TV-Ton werden direkt ins Hörgerät übertragen – in bester Qualität.

Zusätzliche Funktionen: Steuerung per App (Lautstärke, Programme), Ortungsfunktion bei Verlust, Ferneinstellung durch Hörakustiker.

Automatische Lautstärke-Anpassung

Intelligente Hörgeräte erkennen die Hörsituation automatisch (ruhiges Gespräch, Restaurant, Straßenverkehr, Musik) und passen Lautstärke und Klangprofil entsprechend an. Sie müssen nichts mehr manuell einstellen.

Tinnitus-Unterstützung (Noiser)

Viele Hörgeräte haben integrierte Tinnitus-Noiser, die beruhigende Klänge (Rauschen, Meeresrauschen, Naturgeräusche) abspielen. Diese überdecken den Tinnitus oder machen ihn weniger störend. Besonders wirksam bei Tinnitus durch Hörverlust.

Richtmikrofone und Störgeräuschunterdrückung

Moderne Hörgeräte haben mehrere Mikrofone, die Sprache aus der gewünschten Richtung verstärken und Hintergrundgeräusche reduzieren. Besonders wichtig in lauten Umgebungen (Restaurant, Café, Veranstaltungen).

Hörverlust-Grade: Welches Hörgerät brauche ich?

HörverlustBeschreibungEmpfohlene Bauform
Leicht (20-40 dB)Oft nachfragen, Fernseher lautIdO, RIC, HdO
Mittel (40-60 dB)Gespräche nur mit Mühe verstehenRIC, HdO
Hochgradig (60-80 dB)Fast nichts mehr hörenHdO (hohe Leistung)
An Taubheit grenzend (>80 dB)Nur sehr laute Geräusche wahrnehmbarHdO (Ultra Power) oder Cochlea-Implantat

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt Hörgeräte bis zum Festbetrag von 784,94€ pro Ohr nach HNO-ärztlicher Verordnung. Sie benötigen ein Audiogramm (Hörtest), das einen Hörverlust nachweist.

Kosten und Zuzahlung

  • Festbetrag: 784,94€ pro Ohr (Stand 2026)
  • Ihre Zuzahlung: 10€ pro Hörgerät (einmalig)
  • Bei zwei Geräten: 2x Festbetrag, 2x 10€ Zuzahlung
  • Aufpreis: Teurere Modelle mit Bluetooth, Akku etc. gegen Aufpreis möglich
  • Erneuerung: Alle 6 Jahre Anspruch auf neue Hörgeräte

Wichtig: Die Krankenkasse zahlt bis zu 784,94€ pro Ohr (Festbetrag). Hörakustiker bieten Modelle innerhalb dieser Preisklasse an, die Sie dann nur mit 10€ Zuzahlung erhalten. Wenn Sie modernere Geräte mit Zusatzfunktionen (Bluetooth, Akku, bessere Störgeräuschunterdrückung) wünschen, zahlen Sie die Differenz selbst (meist 500-2.000€ pro Gerät).

So bekommen Sie Hörgeräte

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    HNO-Arzt aufsuchen: Hörtest (Audiogramm) durchführen lassen. Der Arzt stellt eine Verordnung für Hörgeräte aus, wenn ein Hörverlust nachgewiesen wird.

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    Hörakustiker besuchen: Mit der Verordnung zum Hörakustiker Ihrer Wahl. Dort werden verschiedene Modelle angepasst und Sie können 4-6 Wochen kostenlos testen.

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    Probezeit nutzen: Testen Sie die Hörgeräte im Alltag. Der Hörakustiker passt sie mehrmals nach. Sie können auch verschiedene Modelle ausprobieren.

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    Abrechnung: Der Hörakustiker rechnet direkt mit Ihrer Krankenkasse ab. Sie zahlen nur die 10€ Zuzahlung pro Gerät und ggf. einen Aufpreis für Premium-Modelle.

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    Nachsorge: Regelmäßige Kontrollen beim Hörakustiker (kostenlos). Feinanpassungen, Reinigung, Reparaturen sind im Service enthalten.

Hörgeräte finden und technisch vergleichen

Unser KI-gestützter Fragebogen gleicht Ihre technischen Anforderungen mit dem offiziellen GKV-Verzeichnis ab — keine medizinische Beratung, nur Datenblatt-Vergleich.

Vergleich basiert auf Produktdaten aus dem Hilfsmittelverzeichnis — medizinische Eignung klärt Ihr Arzt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was kostet ein Hörgerät?+

Hörgeräte kosten zwischen 500€ und 3.000€ pro Gerät. Die Krankenkasse übernimmt bis zu 784,94€ pro Ohr (Festbetrag 2026). Sie zahlen nur 10€ Zuzahlung pro Gerät. Teurere Modelle mit Zusatzfunktionen (Bluetooth, wiederaufladbar) können Sie gegen Aufpreis wählen – Sie zahlen dann die Differenz zum Festbetrag.

Übernimmt die Krankenkasse Hörgeräte?+

Ja, die Krankenkasse übernimmt Hörgeräte bei nachgewiesenem Hörverlust. Sie benötigen eine HNO-ärztliche Verordnung mit Audiogramm. Die Kasse zahlt bis zu 784,94€ pro Ohr. Sie zahlen 10€ Zuzahlung pro Gerät. Nach 6 Jahren haben Sie Anspruch auf neue Hörgeräte, bei Verschlechterung des Hörvermögens auch früher.

Welches Hörgerät ist das richtige für mich?+

HdO (Hinter dem Ohr): Robust, einfach zu bedienen, für alle Hörverluste geeignet. IdO (Im Ohr): Sehr diskret, kaum sichtbar, für leichte bis mittlere Hörverluste. RIC (Receiver-in-Canal): Modern, unauffällig, natürlicher Klang. Lassen Sie sich beim Hörakustiker beraten und testen Sie verschiedene Modelle 4-6 Wochen kostenlos.

Wie oft kann ich neue Hörgeräte bekommen?+

Alle 6 Jahre haben Sie Anspruch auf neue Hörgeräte von der Krankenkasse. Bei deutlicher Verschlechterung des Hörvermögens (mehr als 20% Hörverlust) auch früher. Bei Defekt innerhalb der 6 Jahre: Reparatur wird übernommen, Ersatz nur bei irreparablem Schaden.

Brauche ich ein oder zwei Hörgeräte?+

Bei beidseitigem Hörverlust empfehlen HNO-Ärzte immer zwei Hörgeräte (binaurale Versorgung). Vorteile: Besseres Richtungshören, besseres Sprachverstehen im Lärm, natürlicherer Klang. Die Krankenkasse übernimmt beide Geräte. Nur bei einseitigem Hörverlust reicht ein Gerät.

Was bedeuten HdO, IdO und RIC?+

HdO (Hinter dem Ohr): Gerät sitzt hinter der Ohrmuschel, Schallschlauch führt ins Ohr. IdO (Im Ohr): Gerät sitzt komplett im Gehörgang oder in der Ohrmuschel, sehr diskret. RIC (Receiver-in-Canal): Lautsprecher sitzt im Gehörgang, Rest hinter dem Ohr – Kombination aus beiden Vorteilen.

Sind wiederaufladbare Hörgeräte besser?+

Wiederaufladbare Hörgeräte sind bequemer (kein Batteriewechsel), umweltfreundlicher und auf Dauer günstiger. Nachteil: Etwas teurer in der Anschaffung, Akku hält 4-5 Jahre. Batteriebetriebene Geräte: Batterien müssen alle 5-14 Tage gewechselt werden, aber günstiger. Beide Varianten werden von der Krankenkasse übernommen.

Kann ich mit Hörgeräten telefonieren und Musik hören?+

Ja, moderne Hörgeräte mit Bluetooth können direkt mit dem Smartphone verbunden werden. Telefonate, Musik, Podcasts werden direkt ins Hörgerät übertragen. Auch ohne Bluetooth: Telefonspule (T-Spule) ermöglicht besseres Telefonieren. Bluetooth-Hörgeräte kosten etwas mehr, werden aber von der Krankenkasse bezuschusst.

Helfen Hörgeräte bei Tinnitus?+

Ja, viele Hörgeräte haben spezielle Tinnitus-Programme (Tinnitus-Noiser). Sie spielen beruhigende Klänge ab, die den Tinnitus überdecken oder weniger störend machen. Besonders wirksam bei Tinnitus, der durch Hörverlust verursacht wird. Die Krankenkasse übernimmt Hörgeräte mit Tinnitus-Funktion.

Wie lange dauert die Eingewöhnung an Hörgeräte?+

Die Eingewöhnung dauert 2-3 Monate. Am Anfang klingen Geräusche ungewohnt laut oder blechern. Das Gehirn muss lernen, Geräusche wieder richtig zu verarbeiten. Tragen Sie die Hörgeräte täglich mindestens 8-10 Stunden. Nach 3 Monaten haben sich die meisten Träger vollständig daran gewöhnt. Regelmäßige Nachsorge beim Hörakustiker ist wichtig.

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Wichtiger Hinweis: Diese Anwendung dient ausschließlich als technisches Hilfsmittel zur Recherche im GKV-Verzeichnis. Wir bieten keine medizinische Beratung oder Diagnose. Die Eignung eines Hilfsmittels muss zwingend mit einem Arzt oder Sanitätshaus geklärt werden.